100 Jahre Jugenddorf | Jubiläumsfeier
Am 25. März 2026 feierte das Jugenddorf Knutwil den Auftakt seines Jubiläumsjahres. Rund 90 Gäste aus Politik, Behörden, Institutionen sowie ehemalige und aktuelle Mitarbeitende kamen zusammen, um auf 100 Jahre Jugendhilfe zurückzublicken – und gemeinsam nach vorne zu schauen.
Toni Lagger, ehemaliger Schulleiter des Jugenddorfs, beleuchtete in einem Referat die Geschichte der Institution: wie sich Pädagogik, Haltung und Angebot über die Jahrzehnte verändert haben – vom katholischen Erziehungsheim von 1926 zur anerkannten sozialpädagogischen Institution von heute. Diese Entwicklung ist auch im Jubiläumsbuch «Das Jugenddorf Knutwil im Wandel der Zeit» dokumentiert, das Arlette Fischer in aufwändiger Arbeit zusammengetragen hat. «100 Jahre Jugenddorf sind 100 Jahre Arbeit an der Frage, wie man junge Menschen in schwierigen Situationen wirksam unterstützt. Die Antworten haben sich stark verändert. Der Auftrag ist nach wie vor derselbe», fasst Gesamtleiterin Kathrin Burkhardt die Entwicklung zusammen.
Im Mittelpunkt der Feier stand eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Jugendhilfe. Regierungsrätin Ylfete Fanaj, Stiftungsratspräsident und Kantonsrat Michael Kurmann (Mitte), Gesamtleiterin Kathrin Burkhardt und Marius Metzger, Dozent an der Hochschule Luzern, diskutierten über die wachsende psychische Belastung von Jugendlichen, die Herausforderungen beim Übergang ins Erwachsenenleben und die Frage, wie Angebote der Jugendhilfe besser vernetzt werden können. Regierungsrätin Ylfete Fanaj hielt fest: «Der Blick auf die Jugend hat sich völlig verändert: Heute stehen Mitwirkung, Eigenverantwortung und die konsequente Einbindung des sozialen Umfelds im Zentrum.» Stiftungsratspräsident Michael Kurmann betonte: «Das Jugenddorf hat es in den letzten zehn Jahren immer wieder geschafft, gesellschaftliche Entwicklungen zu antizipieren und daraus die richtigen Angebote zu schaffen. Das ist eine grosse Stärke.»